10 plus Eins – die goldenen Regeln für gute Printkataloge

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Wie geht “Katalog”? Eine kurze Frage, auf die es leider keine genau so kurze Antwort gibt. 2006 hat Alexander Pircher, Geschäftsführer der infolox, aber mit zehn Regeln für einen guten Katalog in der Produktkommunikation die bisher kompakteste Antwort geliefert. Diese haben trotz stark verändertem Umfeld weder an Aktualität noch an Gültigkeit verloren. Egal, ob der Katalog manuell oder automatisiert via Database-Publishing erstellt wird. Von 2006 bis heute ist aber im Umfeld des Katalogs so viel passiert – als Stichwort nur Smartphone und Tablet-PC, dass eine elfte Regel dazu gekommen ist, die die Verzahnung des Katalogs im Multichannel regelt.

Regel 1: Der erste Eindruck

Im täglichen Wettbewerb mit anderen Katalogen und Publikationen geht es oft nur um Kleinigkeiten, die entscheidend dafür sind, welcher Katalog aus dem Regal gezo- gen wird. Dabei trifft jeder Nutzer bereits unbewusst eine Entscheidung, die von einem guten ersten Eindruck beeinflusst ist. Diese erste Entscheidung der Nutzer zugunsten Ihres Katalogs können Sie bereits durch einige gezielte strukturelle Veränderungen erreichen: Die Gestaltung des Buchrückens bzw. des Ordner-Rückens (bei Ringbüchern), den Einband sowie das Format können Sie entsprechend den Anforderungen Ihrer Zielgruppe gestalten.

Regel 2: Die Navigation zur Seite

Der nachhaltige Gebrauch kann nur durch weitere, für den Nutzer wesentliche Krite- rien bewirkt werden. Hierbei ist von entscheidender Bedeutung, wie die Katalog- Navigation konzipiert ist. Eine eindeutige, klare und für jede Zielgruppe passende Navigation zur richtigen Seite bzw. zum richtigen Produkt ist das Erfolgskriterium für einen Katalog überhaupt. Das wichtigste Element dabei ist das Inhaltsverzeichnis bzw. die Inhaltsverzeichnisse (IHV). Idealerweise wird das IHV ergänzt durch Stichwortverzeichnisse, Auswahlhilfen, Lesezeichen und weitere Hilfsmittel zur Navigation im Katalog.

Regel 3: Navigation auf der Seite

Hat der Nutzer nun die passende Seite gefunden, muss er sich auf dieser einen Über- blick verschaffen. Dabei helfen eine erkennbare Struktur und grafisch abgegrenzte Informationsblöcke. Überschriftengliederung, Blockbildung und grafische Orientierung sind die wichtigsten Hilfsmittel zur Verdeutlichung der Seitenstruktur.

Regel 4: Navigation beim Blättern

Auch während der Nutzer im Katalog blättert, kann er durch eine gezielte Navigation unterstützt werden. Eine Orientierungshilfe ist dann die durchdachte Gestaltung von Kopf- und Fußzeile.

Regel 5: Navigation – weiterführende Informationen

In vielen Fällen gibt es neben den Produktinformationen weitere, wesentliche Informationen, die der Nutzer benötigt. Diese Zusatzinformationen lassen sich in drei Hauptgruppen unterteilen: Informationen über Beziehungen zwischen Produkten, weiterführende Informationen zu anderen Teil-Prozessen (z. B. Planung, Auslegung, Montage usw.) und Informationen zu anderen Informationsprodukten (z.B. Software zur Auslegung). Wichtig ist, dass der Nutzer vor Verlassen der Seite darauf hingewiesen wird, wo diese weiteren Informationen zu finden sind.

Regel 6: Inhalt – Umfang

Zu einem gut konzipierten Katalog gehört vor allem die Abgrenzung des Gesamtinhalts. Es sollte vor der Konzeption planvoll entschieden werden, welche Informationen im Katalog erscheinen sollen und welche nicht. Dabei müssen die wichtigsten Merkmale der Produkte aufgeführt und vor allem der Informationsbedarf der jeweiligen Zielgruppe bedient werden. Somit lässt sich zusammenfassend die Formel „so umfangreich wie nötig, so knapp wie möglich“ definieren.

Regel 7: Inhalt – Sprache, Stil und Form

Sprache, Stil und Form sollten sachlich richtig und inhaltlich relevant sein. Denn ein präziser Sprachgebrauch, d.h. konsistente und eindeutige Verwendung von Begriffen, sorgt für Verständlichkeit und beugt zeitaufwendigen Nachfragen von Kunden vor. Dabei sollten selbstverständlich auch die Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Zielgruppen berücksichtigt werden.

Regel 8: Layout – Farben

Der Einsatz von Farben sollte gezielt, aber sparsam erfolgen. Navigationsstruktur und Wichtigkeit bzw. Art einzelner Informationsbausteine können durch farbliche Kennzeichnung deutlich unterstützt werden.

Regel 9: Layout – Formate und Stilelemente

Zur Layoutgestaltung gehören neben der Farbgebung auch Formate sowie weitere Stilelemente. Formate und Stilelemente sollten daher, genau wie Farben, sparsam und zielgerichtet eingesetzt werden. Auch hier gilt „weniger ist mehr“.
Nutzen Sie wenige, eindeutige Formate und Stilelemente und ordnen Sie diese im- mer genau einer Informationsart zu. Dies steigert den Wiedererkennungseffekt beim Nutzer.

Regel 10: Sprechen Sie mit Ihren Nutzern

Um Navigation, Inhalt und Layout zielgruppengerecht gestalten zu können, müssen zunächst die Anforderungen der Zielgruppe bekannt sein. Damit aktuelle Daten und Erwartungen evaluiert werden, sollte zu Beginn einer umfassenden Katalogkonzeption eine detaillierte Zielgruppenanalyse stehen. Eine direkte Befragung der Zielgruppe ist daher die Voraussetzung für jede Optimierung im Bereich der Produktkommunikation. Als Methode empfiehlt sich ein leitfadengestütztes, persönliches Interview oder alternativ ein Workshop mit Zielgruppenvertretern nach dem Motto „Klasse statt Masse“.

Regel 11 *NEU*: Multichannel-Verzahnung

Der Printkatalog ist Teil einer crossmedialen Produktkommunikation. Verknüpfen Sie das Printmedium mit den Medienkanälen Online und Mobile. Über das Einsetzen von QR-Codes oder Datamatrix-Codes geben Sie dem Nutzer die Möglichkeit bequem und unkompliziert das Medium zu wechseln. Auch Deeplinks, Links, die direkt auf ein Produkt oder eine Produktgruppe führen, sind eine Verzahnungsoption, durch welche Sie den Nutzer in die digitale Welt führen.

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About Author

Alexander Pircher

Alexander Pircher ist Geschäftsführer der infolox GmbH in Lindau am Bodensee. infolox berät und integriert Software im Omnichannel-Umfeld. Zum Unternehmensprofil

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